Lutz Büch

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Es ist schon weit nach sieben,
Bald wird die 8 ermüden.
Mit weitem Munde gähnt die 8,
Ich wünsch' von Herzen „gute Nacht“.
Doch kann sie lange Zeit nicht schlafen,
Zählt eine große Zahl von Schafen.

Sie springen unaufhörlich.
Die 8 denkt „Nun mal ehrlich!
Ob die denn bald mal fertig sind?“
Als sie in tiefen Schlaf versinkt.
Da liegt sie nun horizontal,
Nicht mehr ganz 8, nicht mehr ganz Zahl.

Im Land der Träume angekommen,
Steht die Zahl total beklommen
Und weiß nicht recht wie ihr geschieht,
Als sie so an sich runter sieht.
Unendlich groß, unendlich lang –
Da wird der Zahl schon ziemlich bang.

Doch morgens schließlich ist die 8
Aus ihrem bösen Traum erwacht.
Vor Schreck steht nun die arme Zahl
In ihrem Bett ganz vertikal.
Unglaublich fast, dass sie noch heil,
Denkt die kleine 8 noch, weil:

Es ist die größte aller Qualen
Für jede aller ganzen Zahlen,
Einmal sich nur vorzustellen
Man hätte nicht mehr endlich Stellen,
Unendlich wär man, ohne Zahl.
Für sie ist das die größte Qual.

Nun, da sie vom Traum erlöst
Denkt sie, als sie so vor sich döst,
„Endlich bin ich wieder – ich,
Bin endlich wieder endlich, ich!“

Lutz Büch

Ach, es ist doch ein saures Stück Brot, das Philosophie-Professoren-Brot!